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Werner Junge

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Werner Paul Friedrich Junge (* 31. März 1912[1] in Berlin(w)[2]; † 13. Dezember 1998[3] in Birenbach(w)[2]) war medizinischer Bademeister(w) und Entwickler des nach ihm benannten Junge- oder Öldispersionsbades. Nach Begegnung mit einer an Aktinomykose erkrankten Patientin entwickelte er inspiriert durch Anregungen Rudolf Steiners eine Badetherapie, in der Öl und Wasser rein physikalisch mittels eines aus Glas geblasenen Apparates, in dem ein Wirbel entsteht, vermischt werden.[4]

Biographie

Werner Junge wurde am Palmsonntag den 31. März 1912 in Berlin als Sohn von Emma und Paul Junge geboren. 1916 fällt der Vater in Russland. Nach einem körperlichen Zusammenbruch der Mutter wächst er zwei Jahre bei Verwandten auf. Nach Abschluss der Volksschule beginnt er 1926 eine Lehre als Maschinenschlosser bei der AEG in Berlin, die er wegen sehr guter Leistungen früher und mit Auszeichnung in der Gesellenprüfung beendet. Er wird daraufhin als Geselle im Dampfturbinenbau eingesetzt.[2]

Der Beginn der Öldispersionsbadetherapie war 1937 die Vorstellung einer dreißigjährige Patientin, die an zervikofazialer Aktinomykose(w) lebensgefährlich erkrankt war. Sie war aus der stationären chirurgischen Behandlung entlassen worden, da sie weitere chirurgische Eingriffe ablehnte. Sie hatte mit dem Leben abgeschlossen. Auf der Suche nach therapeutischen Möglichkeiten fand Werner Junge eine Angabe Rudolf Steiners[5] zur Verwendung fein zerstäubter Öle im Bad. In der Hoffnung, das Ich der Patientin bei Apathie zu stärken wurden Ölbäder durchgeführt. Die Patientin fasste neuen Lebensmut und nach einigen Wochen mit fortgeführten Bädern kam es auch zur vollständigen Ausheilung der körperlichen Erkrankung.[6]

Öldispersionsbadetherapie

Öldispersionsbadeapparat

Öldispersionsbadeapparat

Der Öldispersionsbadeapparat ist ein birnenartiges Glasgerät, das einströmendes Wasser verwirbelt und an der Stelle der höchsten Drehgeschwindigkeit des Wirbels ein aus einer eingefügten Pipette hereingesaugtes Öl tröpfchenweise dem ausstrahlenden Wasser zufügt. Diese Entwicklung ergab sich als Synthese verschiedener Ideen, die sich Werner Junge gebildet hatte aus seinen eigenen Beobachtungen und Forschungen, anhand der Kenntnis der Angaben Rudolf Steiners und der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes.[7] Hierbei spielten Beschäftigungen mit der Natur des Wassers und dessen Wirbeln(w), der Lemniskate(w) und der projektiven Geometrie(w)(anthrowiki) eine Rolle.

Bürstenmassage

Werner Junge konzipierte das Öldispersionsbad anfangs als Ruhebad. Unter dem Eindruck einer ungenügenden Ölaufnahme begann er nach ca. 5 min der Ruhe mit einer Bürstenmassage der Haut. Diese Prozedur leitete er aus seiner Kenntnis der klassischen Massage(w) und der Rhythmischen Massage nach Wegman/Hauschka ab.[8]

Einzelnachweise

  1. Schlagzeilen - 100. Geburtstag Werner Junge. In: Therapeutenverband für Öldispersionsbäder (Hrsg.): Ölbadebote. 4. November 2011 ([1] [PDF]).
  2. 2,0 2,1 2,2 Florian Junge: Werner Junge - ein Streifzug durch seine Biographie. In: Verein für Öldispersionsbadetherapie nach Werner Junge (Hrsg.): Zum Öldispersionsbad - Eine Jubiläumsschrift anlässlich des 100. Geburtstags von Werner Junge. S. 6–9.
  3. Zur Geschichte des Oeldispersionsbades. In: Website des internationalen Vereins für Öldispersionsbadetherapie. Abgerufen am 9. November 2020.
  4. Franziska Junge: So entstand das Öldispersionsbad. In: Der Merkurstab. Nr. 5, September 1990 ([2] [PDF]).
  5. "Das können wir wohl am besten dadurch, daß wir versuchen, fein zerstäubtes Öl im Bade zu verarbeiten und den Menschen zu behandeln mit den Ölbädern." Rudolf Steiner (Lit.:GA 312, S. 286)
  6. Werner Junge: Das Öldispersionsbad. Birenbach 15. August 1981.
  7. Dr. Albrecht Warning: Das Öldispersionsbad nach Werner Junge eine Hydrotherapie als Körpertherapie der Anthroposophischen Medizin. Als Chronik verfasst im Sommer 2016. 2016.
  8. Albrecht Warning, Markus Krüger: Das Öldispersionsbad nach Werner Junge. In: Der Merkurstab. Zeitschrift für Anthroposophische Medizin. Nr. 2 (67), März 2014, S. 108–115, doi:10.14271/DMS-20288-DE.