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D-Potenzen

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D-Potenzen (engl. d potency) ist die Abkürzung für Dezimal-Potenzen. Die Arzneien werden bei jeder Potenzstufe im Verhältnis 1 : 10 verdünnt. Es wird also bei jedem Schritt 1 Teil der Ausgangsubstanz zu jeweils 9 Teilen Alkohol-Wasser-Gemisch gegeben und anschließend zehnmal verschüttelt [1].

Geschichte

D-Potenzen wurden durch Arthur Lutze entwickelt und durch Constantin Hering 1833 veröffentlicht. Sie sind vor allem in Deutschland gebräuchlich. Durch die geringere Verdünnung, stießen die D-Potenzen auf weniger Skepsis. Ihre Verwendung wurde teils von volksmedizinischen Erfahrungen abgeleitet, und geschah nicht streng nach dem Simile-Prinzip. Die Verwendung von stärker potenzierten Arzneien (C, Q/LM), wie von Hahnemann vorgeschlagen, verbreitete sich in Deutschland erst mit dem Reimport der Homöopathie aus den USA Mitte des 20. Jahrhunderts.

Anwendung

D-Potenzen werden meist als bewährte Indikationen mit direktem Organbezug oder bei bestimmten Krankheiten angewendet.

Beispiele:

Taraxacum officinalis D 6 bei Leberleiden

Hekla lava D 6 bei Fersensporn

Üblich sind v.a. die Potenzstufen D 6 und D 12. Homöopathische Komplexmittel und viele anthroposophische Arzneien bestehen aus verschiedenen Arzneien in D-Potenzen.


Der Übergang von der homöopathischen Therapie zur Phytotherapie ist fließend, da niedrige D-Potenzen durchaus noch Atome der Ausgangssubstanz enthalten.

Beispiel:

Okoubaka D 2 bei Reisediarrhoe.

Toxische Ausgangsstoffe werden daher nicht in sehr niedrigen D-Potenzen hergestellt. Je nach Toxizität sind sie ab D 4, bei hochtoxischen Ausgangsstoffen ab D 8 unbedenklich [2].

Wirkung

Es wird davon ausgegangen, dass niedrige D-Potenzen eher auf Organe und Organsysteme einwirken. Sie erreichen die übergeordneten Steuerungsebenen des Organismus weniger als hohe C oder Q/LM-Potenzen. Daher steht die Ähnlichkeit mit der Gesamtheit der Symptome des Patienten/der Patientin im Hintergrund.

Dosierung

Je nach zu behandelnder Krankheit gibt es verschiedene Dosierungsempfehlungen.

Eine Einzelgabe besteht in der Regel aus 3-5 Globuli.

Je akuter die Erkrankung, desto häufiger wird die Gabe wiederholt.

Beispiele:

  • Gelsemium D 6 kann bei Prüfungsangst nach Bedarf stündlich eingenommen werden.
  • Allium cepa D 6 kann bei einer akuten Erkältung 5 x täglich eingenommen werden.
  • Zur Anregung der Frakturheilung kann Symphytum D 12 einmal täglich eingenommen werden.
  • Bei chronischer Polyarthrose kann Acidum formicicum D 12 einmal wöchentlich eingenommen werden.

Generelle Regel bei Dosierung potenzierter Arzneien

Die Wirkung der Arznei muss anhand des Krankheitsverlaufs beurteilt werden. Die Arznei ist nicht zu wiederholen wenn:

  • Der Organismus eine Erstreaktion zeigt (Kein weiterer Impuls nötig, stört sonst den Verlauf)
  • Der Organismus sich auf dem Weg der Besserung befindet (Selbstheilung ist bereits in Gang)
  • Sich nach ca. dreimaliger Gabe keine Besserung oder eine weitere Verschlechterung des Zustandes zeigt (Arznei nicht ähnlich genug)

Zu häufige Wiederholung

Zu häufige, unreflektierte Einnahme von potenzierten Arzneien kann Prüfsymptome der Arznei hervorrufen, die nach Absetzen abklingen.

ACHTUNG:

Arnica bei Blutungen oder postoperativ nur einmalig verabreichen. Hier keine Wiederholung erforderlich!




  1. J. Swayne, International Dictionary of Homeopathy, Edinburgh: Churchill Livingstone, 2000.
  2. Dellmour, F. "Konzentrationsverhältnisse homöopathischer Arzneimittel" Aufsatz im Internet: https://www.doktor-quak.de/pdf/dellmour_konzentration.pdf Zugriff am 15.03.26